Freitag, 3. November 2017

Rezension: Die Trotzphase ist kein Ponyhof

Nachdem jetzt auch mein viertes und jüngstes Kind durch die so genannte Trotzphase navigiert ist, kann ich aufatmen und sagen: "Eigentlich war es gar nicht so schlimm!" 
Allen, die mittendrin stecken und hautnah erleben, wie sich der Nachwuchs schreiend auf dem Boden wälzt, möchte ich das Buch "Die Trotzphase ist kein Ponyhof" von Christina Tropper und Alexander Smutni-Tropper aus dem TRIAS-Verlag empfehlen.
Christina ist Journalistin und bloggt auf "Einer schreit immer" über ihren Familienalltag mit Zwillingen, Alexander arbeitet als Pädagoge in der Lehrerausbildung. Ihr Eltern Survival-Guide vermittelt die entwicklungspsychologischen Hintergründe der Autonomiephase, berichtet aber in erster Linie mitten aus dem Leben und gibt Tipps für verschiedene Alltagssituationen. 
Was tun, wenn es draußen stürmt und schneit und das Kind Sandalen anziehen möchte? Ja es gibt Eltern, die ihr Kind die Erfahrung machen lassen möchten, wie es ist, bei Minustemperaturen Eisfüße zu bekommen. Die Autoren sind da eher pragmatisch und finden durchaus, dass Erwachsene bestimmte Dinge vorgeben sollten. Das Kind darf mitbestimmen, was es anzieht, den Rahmen hinsichtlich des Wetters stecken aber die Eltern. 
Das Schöne an dem Buch ist, dass es hier wirklich konkret wird und Eltern ganz klare Hinweise bekommen, wie sie mit schwierigen Situationen umgehen können. Denn wenn ein Kind erst einmal weint und sich weigert, etwas zu tun, geraten wir Eltern sehr schnell in Stress und wissen erst einmal gar nicht, wie wir reagieren sollen. Dem Kind schlagen die Gefühle über dem Kopf zusammen und als Eltern empfindet man das oft als Angriff. Warum funktioniert das jetzt nicht, wo ich es doch nur gut meine / alles so gut vorbereitet habe / wir es doch so schön haben könnten? Kinder zwischen 15 Monaten und vier Jahren erleben aber die Welt ganz anders als wir. Hier gilt es immer wieder durchzuatmen, hinzusehen und zu verstehen und dann dem Kind Möglichkeiten zu geben, seine Emotionen zu verarbeiten und gemeinsam eine Lösung zu finden. Wirklich gut gefällt mir auch, dass andere Eltern zu den verschiedenen Situationen zu Wort kommen und erzählen, wie sie damit umgehen. Es gibt nämlich nicht den einen richtigen Weg, sondern ganz viele verschiedene.
Und kaum schaut man sich um, ist die Trotzphase auch schon wieder vorbei und das Kind ein großes Stück gewachsen.

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