Mittwoch, 7. Februar 2018

Rezension: Ein Wunder alle hundert Jahre

Alle hundert Jahre wiederholt sich ein Naturschauspiel vor der Küste einen kleinen Insel in der Nähe von Seattle. Das Wasser schimmert für sechs Tage grün, weil winzige Wassertierchen, die Artemia lucis, sich in dieser Zeit vermehren. Um das Phänomen ranken sich viele Mythen, die von den Ureinwohnern der Insel nur untereinander weiter gegeben wurden. In dem Roman "Ein Wunder alle hundert Jahre" von Ashley Ream, der bei btb erschienen ist, beschäftigt sich eine Gruppe Wissenschaftler mit dem Naturphänomen. Die junge Biologin Dr. Rachel Bell hat jedoch noch ein ganz eigenes Interesse. Sie erhofft sich, dass das grüne Wasser ihr helfen kann, die unerträglichen Schmerzen, die sie seit einem schrecklichen Ereignis in der Kindheit hat, zu lindern. Neben Rachel Bell spielt auch noch ein älteres Paar, das auf der Insel lebt, eine Rolle. Bei ihnen quartiert sich Rachel ein und bringt einiges durcheinander. Je weniger Zeit bleibt, um dem Geheimnis der Artemia lucis auf die Spur zu kommen, um so angespannter werden die Protagonisten des Buches und um so spannender wird die Geschichte.
Die Autorin versteht es sehr geschickt, die Spannung aufrecht zu erhalten und komplexe Figuren zu zeichnen. Obwohl die junge Wissenschaftlerin Rachel Bell eher rücksichtslos und unsympathisch erscheint, kann man sich als Leserin gut in sie einfühlen und mit ihr mitfiebern. Auch die anderen Figuren des Romans sind vielschichtig und die Geschichte nimmt immer wieder eine neue Wendung. Sprachlich witzig und elegant ist das Buch ein echtes Lesevergnügen. Ashley Ream, die bereits mit ihrem ersten Buch "30 Tage und ein ganzes Leben" sehr erfolgreich war, hat einen wirklich spannenden zweiten Roman vorgelegt, den ich mir auch sehr gut als Film vorstellen kann.

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